Der Tod des Deputierten Jean Jaurès
Der Film erzählt in ruhigen, analytischen Bildern von einem Schlüsselmoment der französischen Geschichte. Statt eines heroischen Heldenbilds zeigt er, wie politische Gewalt, Medien und Militärbürokratie sich gegenseitig beeinflussen. Im Zentrum steht der Deputierte Jean Jaurès, dessen Tod nicht... Read more
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About Der Tod des Deputierten Jean Jaurès
Der Film erzählt in ruhigen, analytischen Bildern von einem Schlüsselmoment der französischen Geschichte. Statt eines heroischen Heldenbilds zeigt er, wie politische Gewalt, Medien und Militärbürokratie sich gegenseitig beeinflussen. Im Zentrum steht der Deputierte Jean Jaurès, dessen Tod nicht nur eine Lücke in der linken Bewegung hinterlässt, sondern auch eine Reihe von Reaktionen auslöst. Die Handlung zeichnet mehrere Blickwinkel nach: einen Polizeikommissar, der den Fall sorgfältig prüft; einen Redakteur, der die Nachrichtenkette kontrolliert; und die Figur des Restaurierers Raoul Villain, der mit dem Geschehen verknüpft zu sein scheint. Ohne die Wendungen des realen Verbrechens zu verraten, zeigt der Film, wie Gerüchte, politische Interessen und persönliche Motive das Geschehen färben.
Regie führte Frank Guthke, der dieses im Jahr 1970 entstandene deutsche Fernsehdrama inszenierte. Die Produktion nutzt eine historische Kulisse und konzentriert sich auf Dialoge und Beobachtungsszenen statt spektakulärer Effekte, was dem Stoff eine dokumentarische Note verleiht.
Die Rezeption dieses Titels aus der Zeit der bundesdeutschen Fernsehkunst ist spärlich dokumentiert. Der Film betont zentrale Themen wie Machtstrukturen, die Rolle der Presse beim Bilden öffentlicher Meinung, und die Frage, wie Gerechtigkeit in einem Spannungsfeld aus Politik und Loyalitäten gefunden wird. Die Inszenierung fordert vom Publikum aktives Nachdenken: Wer erzählt die Geschichte, wer profitiert von der Darstellung, und welche Perspektiven bleiben im Hintergrund? So entsteht ein vielschichtiges Porträt eines Moments, der Geschichte und Verantwortung zugleich in Frage stellt.
Der Film gehört zu den weniger bekannten Arbeiten von Frank Guthke im deutschsprachigen Fernsehen, doch er bietet eine seltene Verbindung von politischer Symbolik und journalistischer Reflexion. In einer Zeit, in der das Fernsehen noch lernte, Geschichte zu verarbeiten, liefert der Titel Materialien für Diskussionen über Erinnerungskultur und die Verantwortung der Medien bei der Vermittlung von Gewalt. Die nüchterne Erzählweise, die ruhigen Bildfolgen und der Fokus auf Figuren statt Action machen ihn zu einem attraktiven Gegenstand für Medientheorie und Filmgeschichte. Er bleibt eine kleine, aber interessante Spur in der Geschichte der politischen Fernsehdramaturgie.
Details
- Release Date
- July 30, 1970
- Type
- Movie
- Genres
- Drama
- Country
- Germany
- External Links
- View on IMDB
Cast
Wolfgang Büttner
Deputierter Jean Jaurès
Ernst Jacobi
Restaurierer Raoul Villain
Wolfgang Engels
Polizeikommissar Gaubert
Hans Putz
Redakteur Renoult
Hans Paetsch
General
Günther Jerschke
SPD-Abgeordneter Hugo Haase
Katharina Brauren
Hotelwirtin Rouart
Joachim Rake
Reiseleiter
Norbert Skalden
Jean
Director: Frank Guthke